Die Schulterarthrose

Sehen Sie hier einen Ausschnitt des Publikumsvortrages an der Merian Iselin-Klinik von PD Dr. Rosso auf Youtube:

 

Einführung
Die Arthrose der Schulter ist eine stark einschränkende Erkrankung, da diese meist mit einer Steifigkeit des Gelenkes einher geht: das Gelenk wird folglich fehlbelastet und die umgebende Muskulatur verhärtet sich.

Symptome
Die Symptome sind bei der Schulterarthrose sehr unterschiedlich. Sie kann von reiner Steifigkeit über eine reine Schmerzproblematik bis zu einer Kombination von Schmerz und Steifigkeit reichen.
Der typische Arthroseschmerz ist derjenige wie bei der Hüft- oder Kniearthrose: ein Anlaufschmerz. Dabei schmerzt das Gelenk am Anfang einer Tätigkeit und verbessert sich innert einiger Minuten. Häufig sind Nachtschmerzen begleitend und stark störend, da der Schlaf gestört ist.
Es kann auch zu Knirschen und Knacken in der Schulter kommen.

Arten der Schulterarthrose
Grundsätzlich sollten 2 Arten der Schulterarthrose unterschieden werden:
1. die sogenannte „zentrierte“ Arthrose
und
2. die „dezentrierte“ Arthrose

Bei der der zentrierten Arthrose ist meist die Rotatorenmanschette intakt.
Bei der dezentierten Arthrose ist meist die Rotatorenmanschette entweder durch einen Unfall oder meist degenerativ- also altersbedingt – gerissen. Dadurch fehlt das wichtige Widerlager, was zu einem Hochstand der Schulter führt.

Abklärungen und Untersuchungen
Sie werden nach der genauen Erörterung der Beschwerden natürlich vom Arzt untersucht. Dieser wird schon durch die Untersuchung einen Hinweis darauf haben, 1. wie ausgeprägt die Arthrose ist und 2. ob die Rotatorenmanschette intakt ist.
Daraufhin wird ein Röntgen der Schulter durchgeführt. Auf den Röntgenbildern ist die Arthrose sehr gut sichtbar, nicht jedoch die Rotatorenmanschette. Es kann anhand der Röntgenbildern schon Hinweise auf die Integrität der Rotatorenmanschette geben.
In einem ersten Schritt reicht meist die einfache Röntgenuntersuchung. Zusatzuntersuchungen wie eine Computertomographie (Röhre mit Röntgenstrahlung) oder eines MRIs (Magnetic Resonance Imaging, MRT, Röhre mit Magnetstrahlung) braucht es erst bei fehlgeschlagener konservativer Therapie (siehe Therapiemöglichkeiten)

Therapiemöglichkeiten
Die Schulterarthrose muss nicht per se operiert werden.
Die konservative Therapie ist zunächst auszuschöpfen und bringt wenn keine langfristige Linderung oft eine deutliche Beschwerdebesserung. Was bedeutet denn „konservativ“?
Konservativ bedeutet in diesem Zusammenhang „nicht operativ“, d.h. ohne Operation.
Hier gibt es verschiedene Therapien, die unter konservativer Therapie zusammengefasst werden:
1. Physiotherapie inklusive Osteopathie
2. Injektionstherapien wie Kortison oder Eigenblut („PRP“ oder „ACP“)
3. Veränderung der Lebensgewohnheiten

Bei 1. – der Physiotherapie – werden die Muskeln um die Schulter gelockert und gekräftigt. Dadurch kann das Gelenk wieder optimiert seine Funktion ausführen. Durch die bessere Kraft kommt es nicht selten auch zu einer Schmerzreduktion.
Bei 2. – der Injektionstherapie – werden Medikamente oder Eigenblut in das Schultergelenk gespritzt. Bei uns geschieht dies ultraschall-gesteuert. So können wir sicherstellen, dass die Wirksubstanz an den Ort der Arthrose gelangt.
Bei 2. – der Veränderung der Lebensgewohntheiten – wird ggf. Hilfe von aussen angeboten. z.B. kann hier die Spitex Hausarbeiten, welche über Schulterniveau stattfinden, übernehmen

Führen die konservativen Therapiemassnahmen nicht zum gewünschten Erfolg und ist die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt, so gibt es wiederum 2 Möglichkeiten der operativen Therapie.
1. Bei der „zentrierten“ Arthrose mit intakter Rotatorenmanschette kann man eine sogenannte „anatomische“ Prothese implantieren. Dies bedeutet, dass die Prothese die Anatomie möglich nachbildet: Der Oberarmkopf wird durch eine Kugel ersetzt, die Gelenkspfanne durch ein Polyethylen.
2. Bei der „dezentrierten“ Arthrose mit kaputter Rotatorenmanschette setzt man die sogenannte „inverse“ oder „umgekehrte“ Prothese ein. Diese ist von der Funktion des grossen Schultermuskels „Delta“ abhängig und nicht mehr von der Rotatorenmanschette. Auch bei dieser Prothese werden beide Gelenkskompontenten (Oberarmkopf und Gelenkspfanne) ersetzt.

Um die Zentrierungabzuklären und auch die Operation zu planen ist meist mindestens eine Computertomographie nötig. In diesem Schichtbildverfahren kann die Prothese optimal geplant werden.

In der Schulterprothetik gibt es mehrere Möglichkeiten

  • Anatomische Prothesen ohne Schaft bei gutem Knochen
  • Anatomische Prothesen mit Schaft
  • Inverse Prothesen mit oder ohne Sehnentransfer
in Schulter Tags: Schulterarthrose
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