Der Grund für eine Schultersteife (Frozen Shoulder) ist bis anhin noch nicht geklärt. Unter anderem gibt es folgende Faktoren, die prädisponieren

  • Diabetes mellitus
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Stress (typische Managerkrankheit). Wir behandeln hier Manager aus der ganzen Welt
    • Stress auch im Sinne von psychischer Belastung

Die Therapie ist meist konservativ.

Die Frozen Shoulder wird in 3 Stadien eingeteilt und verläuft praktisch immer auch so:

  1. Entzündungsphase.
    • In dieser Phase herrschen starke Schmerzen vor. Vor allem plagen Sie Nachtschmerzen
  2. „Frozen“-Phase
    • In dieser Phase nehmen die Schmerzen zwar ab, aber die Schulter ist zunehmend eingeschränkt in ihren Bewegungen. Vor allem die Aussenrotation und das Greifen über Kopfhöhe ist eingeschränkt
  3. Auflösungsphase
    • In dieser Phase sind die Schmerzen weiterhin erträglich, die Bewegung kommt nun langsam wieder zurück.

Diagnostik:

Therapie:

  • Bei der Frozen Shoulder mit einem Auslöser sollte dieser optimiert werden. z.B. sollte ein Diabetes diagnostiziert und der Blutzucker dann auch optimal eingestellt werden
  • Insgesamt ist die „Frozen Shoulder“ ohne ersichtlichen Grund („idiopathisch“) eine selbst-limitierende Erkrankung

 

  • So gut Physiotherapie bei Schulterprobleme ist. Sie ist allgemein bei der „Frozen Shoulder“ nicht indiziert, da es meist zur Verschlimmerung der Symptomatik kommt.
  • Nach Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln (Ibuprofen (Brufen(R), Irfen(R), Ponstan(R) (Mefenamisäure)) ohne Besserung wird in der Regel ultraschall-gesteuert in das Schultergelenk Kortison injiziert.
  • alternativ zur lokalen Kortisonspritze kann auch die orale Therapie nach Prof. Habermayer begonnen werden. Unser Credo ist jedoch, dass eine lokale Problematik auch lokal angegangen werden sollte, da die orale Kortisontherapie (Tabletten) doch erhebliche Nebenwirkungen hat. Die Kortisonspitze ist ihrerseits mit einem geringen Infektrisiko behaftet.
  • das Habyermeyer-Schema sind folgendes vor: orales Predinsolon und ein entsprechender Magenschutz (z.B. Pantoprazol 20 oder 40mg/d für 20 Tage | 0,5 mg Predinsolon / kg Körpergewicht und Tag, dann erfolgt alle 5 Tage die Reduktion um 0,125 mg/ Tag. Also bei einer 60 kg schweren Frau: Tag 1-5: 30 mg | Tag 6-10: 22.5 mg | Tag 11-15: 15 mg | Tag 16-20: 7.5 mg
    Patientengewicht [kg] Tag 1-5 Tag 6-10 Tag 11-15 Tag 16-20
    50 25 18.75 12.5 6.25 mg Prednisolon
    60 30 22.5 15 7.5 mg Prednisolon
    70 35 26.25 17.5 8.75 mg Prednisolon
    80 40 30 20 10 mg Prednisolon
    90 45 33.75 22.5 11.25 mg Prednisolon
    100 50 37.5 25 12.5 mg Prednisolon

 

  • Reichen diese Therapien nicht aus, kann man eine arthroskopische Befreiung der Schulter durchführen (erst in der 3. (Auflösungs-)Phase)

Entscheidungen in der Medizin und Chirurgie sind individuell. Ihr Behandlungsschema kann vom obengenannten abweichen und trotzdem nicht „falsch“ sein.

in Schulter